Hallo ihr Lieben,
ich bin gestern im Internet auf ein Experiment gestoßen bei dem Tafelessig und Back Soda/ Natron auf der Oberfläche von knochentrockenem Ton verwendet wurde. Das Ergebnis: die Oberfläche schäumt auf und ähnelt einer Krater ähnlichen Oberfläche, die ja sonst eher mit Glasuren zu Stande kommt. Nun wollte ich gerne wissen, ob bereits jemand Erfahrungen damit gemacht hat? Mich würde interessieren, ob die Textur auch noch nach dem Brennen erhalten bleibt und auch den Glasurbrand überstehen würde. Und ob es da Schwierigkeiten mit der Porösität der Keramik geben kann. Immerhin 'weicht' man die oberste Schicht wieder auf, was ja dann im Trocknungsprozess wieder zu Risiken führen kann. Vor allem weil ich ja kein Gebrauchsgeschirr, sondern in erster Linie Plastiken herstelle.
Vielen herzlichen Dank und liebe Grüße,
Didii
Essig und Back Soda Experiment
-
- Beiträge: 265
- Registriert: Mittwoch 9. März 2005, 17:06
Re: Essig und Back Soda Experiment
Hallo,
ich habe mal drehfeuchte Teile im Winter draußen trocknen lassen. Die durch den Frost verursachten Risse und Eisblumen konnte ich anschließend problemlos brennen. Ich denke, in dieselbe Kategorie fällt auch dein Soda und Essig Experiment. Es ist eine Art der Oberflächen Gestaltung, die am Ton an sich nichts ändert. Einfach mal ausprobieren, klingt doch interessant!
ich habe mal drehfeuchte Teile im Winter draußen trocknen lassen. Die durch den Frost verursachten Risse und Eisblumen konnte ich anschließend problemlos brennen. Ich denke, in dieselbe Kategorie fällt auch dein Soda und Essig Experiment. Es ist eine Art der Oberflächen Gestaltung, die am Ton an sich nichts ändert. Einfach mal ausprobieren, klingt doch interessant!
Re: Essig und Back Soda Experiment
Danke für deine Rückmeldung!
Ich melde mich nun mit Updates bzw. einer erneuten Nachfrage, da ich mir das einfach nicht erkläen kann. Ich habe die Teile, die ich mit Natron und Essig bearbeitet habe bei 1050 Grad gebrannt. Dabei herausgekommen sind nicht die gewünschten "Krater", dsondern eine ganze neue Glasur, die blau und teilweise grün im Licht schimmert. An den Stellen, an denen nicht so viel Essig besprüht worden ist, sentsprechen die Effekte eher dem, was ich mir vorgestellt hatte. Nun kann ich aber mit den Werken nicht wirklich was anfangen oder müsste eine Glasur drübergeben. Ich möchte nämlich einen matten Effekt und bloß nichts glänzendes. Kann mir jemand erklären was da mit dem Essig passiert ist?? Ich bin total überfragt... Und hat jemand eine Idee, wie ich sonst (recht zeiteffizient) kraterähnliche Strukturen auf Keramik erzeugen kann?
Besten Dank und liebe Grüße,
Didii
Ich melde mich nun mit Updates bzw. einer erneuten Nachfrage, da ich mir das einfach nicht erkläen kann. Ich habe die Teile, die ich mit Natron und Essig bearbeitet habe bei 1050 Grad gebrannt. Dabei herausgekommen sind nicht die gewünschten "Krater", dsondern eine ganze neue Glasur, die blau und teilweise grün im Licht schimmert. An den Stellen, an denen nicht so viel Essig besprüht worden ist, sentsprechen die Effekte eher dem, was ich mir vorgestellt hatte. Nun kann ich aber mit den Werken nicht wirklich was anfangen oder müsste eine Glasur drübergeben. Ich möchte nämlich einen matten Effekt und bloß nichts glänzendes. Kann mir jemand erklären was da mit dem Essig passiert ist?? Ich bin total überfragt... Und hat jemand eine Idee, wie ich sonst (recht zeiteffizient) kraterähnliche Strukturen auf Keramik erzeugen kann?
Besten Dank und liebe Grüße,
Didii
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Re: Essig und Back Soda Experiment
Natriumhydrogencarbonat (Backpulver) wird mit Natriumacetat zu Natriumcarbonat, das Natriumcarbonat schmilzt bei 850°. Natrium ist in Glasuren ein starkes Flussmittel, daher wird es auch mit dem Ton des Scherbens zu einer Art Glasur verschmelzen.
Du könntest versuchen das Backsoda in Wasser zu lösen bevor Du es auf den trockenen Ton aufbringt. Dann trocknen lassen und dann erst die Essigsäure aufbringen, besser noch mit Essigessenz behandeln. Wenn das Backpulver plötzlich im trockenen Ton ausgast könnte es eher Absprengungen geben, als wenn der Ton schon oberflächlich aufgeweicht ist und sozusagen nur wie Schlamm vor sich hin blubbert. Falls das nicht funktioniert könntest Du versuchen das Backpulver schon beim Aufbauen (stellenweise?) in die Oberfläche des Tons einzuarbeiten., also Backpulver mit Ton zu verkneten und dann zu verarbeiten. Die Essigessenz dann erst nach dem Trocknen aufbringen.
Viel Erfolg, Berichte mal wie Du weitergekommen bist.
Gruß, Jens
Du könntest versuchen das Backsoda in Wasser zu lösen bevor Du es auf den trockenen Ton aufbringt. Dann trocknen lassen und dann erst die Essigsäure aufbringen, besser noch mit Essigessenz behandeln. Wenn das Backpulver plötzlich im trockenen Ton ausgast könnte es eher Absprengungen geben, als wenn der Ton schon oberflächlich aufgeweicht ist und sozusagen nur wie Schlamm vor sich hin blubbert. Falls das nicht funktioniert könntest Du versuchen das Backpulver schon beim Aufbauen (stellenweise?) in die Oberfläche des Tons einzuarbeiten., also Backpulver mit Ton zu verkneten und dann zu verarbeiten. Die Essigessenz dann erst nach dem Trocknen aufbringen.
Viel Erfolg, Berichte mal wie Du weitergekommen bist.
Gruß, Jens
Re: Essig und Back Soda Experiment
Krater: Du kannst Papier/Klopapier mit Ton verkneten und auf der Oberfläche aufbringen. Das stinkt/qualmt beim Schrühbrand etwas und ist nicht optimal für die Heizspiralen, schadet bei kleinen Mengen aber nicht ernstlich. Dabei entstehen sehr empfindliche, bröckelige Strukturen, die Du nach dem Brand (teilweise) wegbrechen kannst um Krater zu formen.
Re: Essig und Back Soda Experiment
allo Jens,
wirklich lieben Dank für deine ausführliche Antwort! Als ich das Experiment gestartet habe war leider kaum etwas im Internt dazu zu finen. Heute habe ich schon einige mehr Ergebnisse gefunden und wundere mich nun ein Stück mehr, warum es scheinbar bei allen anderen klappt. Habe jetzt aber auch mehfach, wie du vorgeschlagen hast, gesehen, dass das Natron im Vorfeld mit Wasser zu einer Paste verrührt wird. Meistens wird auch Weißweinessig genutzt. Ich habe tatsächlich eine Mischung aus Branntweinessig und Essigessenz verwendet. Anbei ein paar Bilder von den Ergebnissen vor dem Brennen. Ich habe auch die Befürchtung, dass es an den großen weißen Natron Resten gelegen haben könnte. Denn an den Stellen an denen diese abgetragen waren, habe ich 'bessere' Ergebnisse erzielen können. Eventuell muss ich diese vor dem Brennen nochmal abtragen. Ich werde in der kommenden WOche mal ein kleineres Stück zum Experimentieren nutzen, da ich ungern so viel Tonmasse verschwenden möchte. Aber meinst du es wäre mögich über die bereits gebrannten Objekte nochmal eine Glasur aufzutragen? Ich würde den Effekt gerne etwas in den Hintergund stellen....
Der Tipp mit dem Klopapier hört sich aber echt gut an! An dem ofen haben wir auch eine Abluft, sollte also kein Problem sein. SOll ich diese in die Tonmasse einkneten oder wirklich nur auf der Oberfläche 'eindrücken'?
wirklich lieben Dank für deine ausführliche Antwort! Als ich das Experiment gestartet habe war leider kaum etwas im Internt dazu zu finen. Heute habe ich schon einige mehr Ergebnisse gefunden und wundere mich nun ein Stück mehr, warum es scheinbar bei allen anderen klappt. Habe jetzt aber auch mehfach, wie du vorgeschlagen hast, gesehen, dass das Natron im Vorfeld mit Wasser zu einer Paste verrührt wird. Meistens wird auch Weißweinessig genutzt. Ich habe tatsächlich eine Mischung aus Branntweinessig und Essigessenz verwendet. Anbei ein paar Bilder von den Ergebnissen vor dem Brennen. Ich habe auch die Befürchtung, dass es an den großen weißen Natron Resten gelegen haben könnte. Denn an den Stellen an denen diese abgetragen waren, habe ich 'bessere' Ergebnisse erzielen können. Eventuell muss ich diese vor dem Brennen nochmal abtragen. Ich werde in der kommenden WOche mal ein kleineres Stück zum Experimentieren nutzen, da ich ungern so viel Tonmasse verschwenden möchte. Aber meinst du es wäre mögich über die bereits gebrannten Objekte nochmal eine Glasur aufzutragen? Ich würde den Effekt gerne etwas in den Hintergund stellen....
Der Tipp mit dem Klopapier hört sich aber echt gut an! An dem ofen haben wir auch eine Abluft, sollte also kein Problem sein. SOll ich diese in die Tonmasse einkneten oder wirklich nur auf der Oberfläche 'eindrücken'?
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Re: Essig und Back Soda Experiment
Überglasieren mit leimhaltigen Fertigglasuren sollte gehen, kann sein, dass es an den schon glasierten Stellen im Brand stärker läuft.
Papier in den Ton einkneten, dann auf der Oberfläche deiner Skulptur festdrücken. Welch Papier, wieviel, an welchen Stellen: das wirst Du ausprobieren müssen.
Gruß, Jens
Papier in den Ton einkneten, dann auf der Oberfläche deiner Skulptur festdrücken. Welch Papier, wieviel, an welchen Stellen: das wirst Du ausprobieren müssen.
Gruß, Jens
-
- Beiträge: 1277
- Registriert: Dienstag 1. März 2016, 13:14
Re: Essig und Back Soda Experiment
Statt Klopapier mühselig klein zu zupfen, kann man im Malerbedarf auch Papierfasern kaufen, Makulatur genannt, zB:
https://www.globus-baumarkt.de/p/decotr ... gI1fvD_BwE
Normalerweise sollten das einfach nur Zellulosefasern sein. Bei diesem Produkt ist wohl noch Kleister dabei, aber man findet bestimmt auch welches ohne. Ob zwischen da auch ein Kunststoff unter gemischt wird? Wundern würde es mich nicht, aber das bekommt man bestimmt raus. Und es sollte doch hoffentlich auch noch welches ohne Plastik geben. Unter dem Stichwort Papierfasern findet man noch mehrere Produkte.
Das dürfte zwar eine unregelmäßige Oberfläche geben aber direkt Krater eher nicht
https://www.globus-baumarkt.de/p/decotr ... gI1fvD_BwE
Normalerweise sollten das einfach nur Zellulosefasern sein. Bei diesem Produkt ist wohl noch Kleister dabei, aber man findet bestimmt auch welches ohne. Ob zwischen da auch ein Kunststoff unter gemischt wird? Wundern würde es mich nicht, aber das bekommt man bestimmt raus. Und es sollte doch hoffentlich auch noch welches ohne Plastik geben. Unter dem Stichwort Papierfasern findet man noch mehrere Produkte.
Das dürfte zwar eine unregelmäßige Oberfläche geben aber direkt Krater eher nicht